FC Juniors OÖ siegt im Dreizehn-Tore-Wahnsinn von Pasching


Der FC Juniors OÖ besiegt Titelkandidat Austria Lustenau vor heimischem Publikum sensationell mit 8:5 und feiert damit einen denkwürdigen Triumph. Nicolas Meister schnürte einen Viererpack, Florian Aigner traf doppelt, auch Andrés Andrade und Andy Reyes trugen sich in die Torschützenliste ein.

In der Raiffeisen-Arena entwickelte sich zu Beginn ein offener Schlagabtausch mit ersten offensiven Vorstößen hüben wie drüben. Effiziente Gäste aus Lustenau gingen schließlich nach 14 Minuten mit der ersten erwähnenswerten Torchance des Spiels in Führung. Eine Hereingabe von der rechten Seite fand im Zentrum Pius Grabher, der ohne zu zögern abdrückte und den Ball zum 0:1 im Tor unterbrachte. Vier Minuten später lief halblinks im Strafraum der Lustenauer Morys auf Tobias Lawal zu. Der Juniors-Keeper blieb aber cool und parierte mit einem glänzenden Reflex.

In der 26. Minute fuhr der FC Juniors OÖ einen gefährlichen Angriff über die linke Seite. Fabian Benko spielte auf Nicolas Meister, der von Lustenaus Feyrer nur durch ein Foul gestoppt werden konnte. Schiedsrichter Gnam entschied auf Torraub und schickte den Gäste-Akteur vom Platz.

Der FC Juniors OÖ konnte die sich dadurch ergebenden Räume rasch nutzen und nach 29 Minuten prompt den Ausgleichstreffer erzielen. Nach einem weiten Ball von Celic tauchte Nicolas Meister links an der Strafraumgrenze auf und ließ bei seinem platzierten Abschluss in die rechte Ecke Keeper Kunz keine Chance. Lustenau reagierte und ging nur zwei Minuten später erneut in Führung. Dauer-Brandherd Morys umkurvte Lawal und schob zum 1:2 ein.

Die Scheiblehner-Elf spielte weiter nach vorne und kam prompt zur nächsten Torchance. David Bumberger brachte eine Kopfballstafette aufs Tor, Kunz klärte zur Ecke. In der 41. Minute traten aber wieder die Lustenauer offensiv in Erscheinung. Morys spielte Ronivaldo frei, der aber im letzten Moment vom starken Tobias Lawal gestellt werden konnte. Nur eine Minute später verlagerte sich das Spiel schon wieder in die andere Spielhälfte. Meister dribbelte sich durch die gegnerische Abwehr durch, scheiterte bei seinem Abschluss aber an Kunz. Unmittelbar danach erneut ein Pfiff. Andy Reyes wurde von der Lustenauer Abwehr irregulär zu Fall gebracht, Schiedsrichter Gnam entschied auf Strafstoß. Nicolas Meister stellte sich der Verantwortung und verwertete sicher zum 2:2.

Gleich nach Wiederbeginn klopfte der FC Juniors an der erstmaligen Führung des heutigen Abends an. Fabian Benko spielte halbrechts Landsmann Jan Boller frei, der Deutsche setzte seinen Abschluss nur wenige Zentimeter am Tor vorbei. In der 52. Minute gingen die Hausherren dann aber in Führung. Meister sah rechts an der Strafraumgrenze den eingewechselten Florian Aigner, der eiskalt zum ersten Zweitligator vollstreckte. Nur drei Minuten später schnürte der 17-Jährige sogar den Doppelpack. Nach Pass von Boller behielt der Joker erneut die Übersicht und schoss überlegt zum 4:2 ein.

Das Schützenfest nahm kein Ende

Doch damit nicht genug: Bereits in der 57. Minute stand es 5:2. Nicolas Meister drückte aus 25 Metern ab, sein Schuss in die rechte Ecke passte ganz genau. In der 69. Minute ließ die Scheiblehner-Elf dann das sechste Tor folgen. Nicolas Meister lief auf der linken Seite der gegnerischen Abwehr davon, um in der Mitte Andys Reyes zu bedienen. Der Costa Ricaner musste nur noch zum 6:2 einschieben. Sieben Minuten später verkürzte Lustenau auf 6:3. Ronivaldo traf aus kurzer Distanz. Zwei Minuten nach dem dritten Vorarlberger Treffer legten die Gäste noch einen Treffer nach. Nach einem Eckball von Mayer nickte Schilling per Kopf zum 6:4 ein.

In der 80. Minute ging der Wahnsinn auf der anderen Seite weiter. Nicolas Meister drückte erneut aus der Distanz ab, diesmal wehrte Kunz seinen platzierten Schuss zur Ecke ab. 60 Sekunden später traf Andrade nach Reyes-Zuspiel die Querlatte. Dies wurde in Minute 83 prompt durch Ronivaldo bestraft, der auf 6:5 verkürzte. Da kam es gelegen, dass noch in derselben Minute Nicolas Meister mit seinem vierten Treffer das siebte Juniors-Tor an diesem verrückten Fußballabend nachlegte. Der sportliche Schlusspunkt dieses Spiels gebührte aber Andrés Andrade. Der Panamaer traf aus zentraler Position zum 8:5-Endstand. In der Nachspielzeit brachte aber Schiedsrichter Gnam noch einmal Farbe ins Spiel. Nemanja Celic wurde wegen vermeintlichen Zeitspiels mit Gelb-Rot ausgeschlossen.

„Als Trainer habe ich das noch nie erlebt, möglicherweise einmal als Nachwuchsspieler. Gottseidank sind auf unserer Seite mehr Tore gefallen, daher bin ich sehr froh, dass wir gewonnen haben. Trotzdem müssen wir einiges ansprechen, zumal fünf Gegentore sehr viel sind. Aber jetzt freuen wir uns einmal über drei Punkte, die sehr wichtig für uns sind!“, sagt Cheftrainer Gerald Scheiblehner nach einem denkwürdigen Spiel.