„Und dann habe ich mir einen Ball gekauft!“ – Ishaku Konda im Porträt


Der FC Juniors OÖ hat sich in den letzten Jahren auch weit über die Grenzen des Bundeslandes hinaus einen exzellenten Ruf als Talenteschmiede erarbeitet. Synonym dafür steht unter anderem Kooperationsspieler Ishaku Konda. Der U20-Kapitän Ghanas gilt innerhalb der Mannschaft als Motivator und Antreiber. Aktuell lernt der Afrikaner fleißig die deutsche Sprache.

Wir treffen Ischi, wie der Ghanaer von allen im Verein liebevoll genannt wird, im Deutschkurs. Der Abwehrspieler ist fast schon traditionell der erste von allen Juniors-Akteuren, der im Raum Platz nimmt. Zudem ist Ischi für den Schlüssel zuständig. Der 19-Jährige übernimmt nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz gerne Verantwortung.

„Wichtig ist, dass das Team eine Einheit ist. Nur als solche können wir bestehen!“, lautet dabei das Credo des Ghanaers, der sich innerhalb des Teams als Spaßvogel und Motivator großer Beliebtheit erfreut.

Dabei spielte der Fußball in Ischis Leben zunächst keine tragende Rolle. „Als ich noch sehr jung war, hatte ich kein großes Interesse an diesem Sport. Als ich mir eines Tages ein Spiel angesehen habe, ist mir jedoch ein Mann aufgefallen, der ein Tor erzielt hat. Das hat mir dann doch sehr imponiert. Dieser Herr hat mir dann angeboten, einfach mal vorbeizukommen und zu trainieren“, so Konda, für den an dieser Stelle ein harter Weg begann. „Zunächst war ich nicht gut. Die Leute haben sogar über mich gelacht!“

„Ich ging sogar in der Nacht joggen“

Von diesem Zeitpunkt an wurde Ischi vom Ehrgeiz gepackt. Der spätere Kapitän der ghanaischen U20-Nationalmannschaft kaufte sich einen Fußball und übte Tag und Nacht. „Als ich mir den Ball besorgt habe, ist es dann aufwärts gegangen. Ich habe in meinem Zimmer trainiert, ging sogar in der Nacht joggen!“

Nach acht Monaten beim Verein ist der Innenverteidiger nicht mehr aus dem Team wegzudenken. Eine große Hilfe ist Konda dabei auch seine aufgeschlossene Art. So lässt der Ghanaer keine Chance aus, seine Deutschkenntnisse zu verbessern. Immer wieder erkundigt sich der Musterschüler der Juniors-Deutschklasse bei seinen österreichischen Teamkollegen nach Phrasen, die er gerade auf Deutsch ausdrücken möchte.

Eine nicht zu unterschätzende Herausforderung war für Konda, der Kalidou Koulibaly von Napoli als Vorbild nennt, auch der Unterschied zwischen afrikanischem und europäischem Fußball. „In Afrika wird sehr körperbetont gespielt, in Europa dagegen mehr Wert auf Taktik und Schnelligkeit gelegt!“, so der Ghanaer, der mit dem FC Juniors OÖ so weit vorne wie möglich landen möchte. Nachsatz: „Dann kommen auch mehr Zuschauer zu unseren Spielen!“